Freitag, 15. Juli 2016
Als Lehrer ins Ausland
Dieser Beitrag ist eher was für die Kollegen unter uns- aber natürlich auch für alle interessierten.
Als Lehrer hat man mehrere Wege ins Ausland zu gehen, alle erfahrbar über die ZfA, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, in Bonn.
Als junger Lehrer nach dem Referendariat, kann man als BPLK oder OK gehen. Die Bundesprogrammlehrkräfte, wie ich, sind nicht im Arbeitsverhältnis stehende, nicht verbeamtete Lehrer. Diese werden sowohl von Deutschland, als auch vom Zielland besoldet und können 2, 4 oder 6 Jahre im gewählten Land bleiben. Man wird im Regelfall nicht nach Nordamerika und Nordeuropa vermittelt. Als Ortslehrkraft ist man nur vom jeweiligen Land, wo man hingeht, angestellt und verdient dasselbe, wie die Lehrer vor Ort und bekommt auch keine weiteren "Hilfen" und Vorbereitungen vom Staat. Man kann allerdings so lang bleiben, wie man möchte.
Als ADLK ist man bereits verbeamtet und wird von seinem Dienstherren, welcher einen weiter besoldet, freigestellt. Man kann 3, 6 oder bei Funktionsstellen 8 Jahre ins Ausland. Die LDK ist ein ähnliches Prinzip.
Ziel ist es für Deutschland aber immer, dass die Kollegen zurückkommen und nicht im Ausland bleiben. Nach einer gewissen Zeit kann man auch ein 2.tes Mal ins Ausland, wenn man möchte.
Als BPLK bewirbt man sich zuerst online, muss dann nach Bonn zu einem Auswahltag und wird bei positivem Abschluss, in eine Kartei aufgenommen. Nun kann man warten, oder sich selbstständig bewerben. Hat man eine Stelle muss man wieder viele Formulare ausfüllen und sowohl zu einem Beratungstag zwecks Versicherungen und Steuern, als auch zu einer Vorbereitungswoche (vor allem inhaltlich- Deutsch als Fremdsprache, Deutscher Fachunterricht) nach Bonn. Sollte man nach Südamerika oder Afrika gehen, erhält man noch ein längeres Sicherheitstraining, um in den Länder zu "überleben".
Die Frage, ob es einfacher ist in Europa zu bleiben oder ins "richtige" Ausland zu gehen, ist nicht einfach zu beantworten. Auch in Europa machen es einem die Länder nicht immer einfach eine Wohnung zu mieten oder ein Konto zu eröffnen.
Jeder sollte deshalb wissen, ob er dieses Abenteuer wirklich machen möchte- es ist ein Haufen Papierkram und nicht immer ganz einfach. Das fängt schon bei den Versicherungen an und endet bei der Steuererklärung, die Pflicht ist...
Ich kann deshalb nur sagen, ja, ich freue mich auf das Ausland und würde es auch immer wieder tun- aber nie wieder gleichzeitig mit der Planung einer Hochzeit...

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